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2018-01-04 Skilanglauf (Skating) & Skitouren in der Dolomiten-Region Drei Zinnen

verfasst von franz_f, irmi_f am 12.11.2017

Skating3Koenige Tourenführer: Irmi
Teilnehmer: Franz, Ines, Anne, Dirk, Sigi, Carmen u. Christian

Ungewöhnlich viel Schnee für diese Zeit meldet der aktuelle Lawinenlagebericht für unseren Standort Niederdorf (1154 m) im Hochpustertal. Eines der malerischen Dolomitentäler der Sextener Dolomiten in Südtirol.
Bei der Ankunft am 1. Tag schneit es in großen Flocken nochmal darauf. Wir sind umgeben von malerischer Neuschnee-Winterlandschaft? und schneebedeckten Straßen. Inclusive Schneekettenpflicht für alle Anstiege. Schneeketten haben wir (Franz) aber natürlich nicht dabei, denn wir sind doch Allgäuer. Beim Versuch, einen kurzen Anstieg per Auto nach Prags mit dem Auto zu meistern, kommen wir rutschend so gerade mal noch zum Umkehren.
So landen wir in der Drei-Zinnen Top-Langlaufdestination gleich im Weltcup-Langlaufzentrum im Stadion in Toblach, wo wir uns auf den legendären Weltcup Loipen im romantischen Höhlensteintal in Skatingtechnik einlaufen. Vorbei am Toblacher See, tiefverschneiten, malerischen Wäldern, umgeben von den Dolomiten-Urgesteinen ? sehen wir jedoch leider keine 3 Zinnen, da es ja heftig schneit.
Im Historic-Hotel Emma fühlen wir uns durch den freundlichen Empfang von Daniel & Team sofort wohl. Südtiroler Gastfreundschaft ist einfach nicht zu toppen. Das kann man nicht erklären, das muss man erleben. Noch einen Aperitif, Sauna und Tiroler Gaumenschmaus und das Urlaubsgefühl ist angekommen.
Tag 2: Beinahe wolkenloser Himmel und Neuschnee stimmt uns freudig-aufgeregt ein auf die Skitour Toblacher Pfannhorn-Überschreitung. Das ?Wertacher Hörndl? der Einheimischen für die scharfe Lawinenlage. Sigi und Franz fahren uns die rassige, rutschige, enge Zustiegsstraße zum Parkplatz hoch nach Frondeigen. Erstes situationsangepasstes Verhalten: an der Schönegger Säge zu starten klappte nicht, weil die Straße gesperrt war. Ein halber Meter unverfahrener Pulverschnee und Sonnenschein begleiten uns bis zur Waldgrenze. Dann staunen wir erst mal über die grandiose Aussicht auf die felsigen, wilden Dolomiten, mittendrin die 3 Zinnen. Weiter zur zünftigen Einkehr in die gemütliche Bonner Hütte, wo der Hüttenwirt uns schon erwartet. Daniel vom Hotel hatte uns angekündigt. Der letzte Gipfelanstieg aufs Toblacher Pfannhorn (2663 m) verlangt diszipliniert Entlastungsabstände. Der Wind hat hier genau so wild getobt, wie es der LLB gemeldet hatte. Nach kurzem Gipfelglück geht es konzentriert an die Abfahrt entlang dem Rücken. Diffuse Sicht, messerscharf auslaufende Wächten und vom Wind geprägte Querrinnen verlangen gutes skifahrerisches Können. Dann endlich sind wir aus der kritischen Zone raus und haben einen tollen Pulverschneehang, übergehend in durchfeuchteten Schnee. Nach 1200 hm Abfahrt sind wir zufrieden wieder im Tal.
Tag 3: Heute steht eine abenteuerliche Dolomitenrunde mit ca. 35 km und 950 hm Abfahrt mit den Langlaufskiern an. Nach dem kaiserlichen Frühstück fahren wir mit dem Holiday Pass nach Brückele (1491 m) im Naturpark Fanes ? Senes ? Prags. Weiter mit dem Shuttle zur eindrucksvollen Hochebene der Plätzwiese (ca. 2000 m). Hier ziehen wir die ersten Langlaufspuren des Tages in die frisch gespurte Höhenloipe. Bei den rassigen Abfahrten muss man sich den Blick auf den Monte Christallo, Seekofel u.a. jedoch eher für die Anstiege aufheben. Vorbei an der Dürrensteinhütte erreichen wir unsere nächste Herausforderung: 600 hm Abfahrt mit Skatingskiern auf dem Winterwanderweg nach Schluderbach hinunter. Nach wenigen Minuten sind auch die letzten Skeptiker unter uns überzeugt: das ist ein Riesenspaß! Von Schluderbach (1444 m) skaten wir auf der legendären Tour-de-Ski Loipe durchs weltberühmte Höhlensteintal - UNESCO Welterbe der Dolomiten mit spektakulären Dolomitengipfeln - insbesondere dem 3-Zinnen-Blick - bis nach Toblach ins Langlaufstadion. Wir haben das ganze, wunderschöne Höhlensteintal durchlaufen. Jetzt wollen wir auch noch bis nach Niederdorf durchhalten: Ein paar bissige Anstiege zehren dann doch noch bei der ca. 35 km Runde. Doch dann endet die Loipe praktisch direkt am Bahnhof von Niederdorf ? nur wenige Fußmeter vom Quartier entfernt. Was für ein toller Tag!
Am Abreisetag wollen nun alle Skitour vom Hochplateau Plätzwiese aus machen, schließlich haben wir am Vortag mit den Langlaufskiern die Pulverschneespuren der Tourengänger gesehen! Hoch mit dem Shuttle, ca. 700 hm Aufstieg auf den Helltaler Schlechten. Eine kurze Aufhellung gönnt uns Sicht mit 3 Zinnen-Blick und Co. Und dann die ersehnte Pulverschnee - Abfahrt inmitten schönster Dolomiten-Kulisse. Letzte Einkehr in Plätzwiese. Dann nehmen wir als Abfahrstvariante noch den romantischen Wald-Weg im Tobel von der Stolla-Alm nach Brückele. Müde, aber zufrieden, brennen nun auch noch den Letzten die Oberschenkel.
Das waren 4 unvergessliche, wunderschöne, eindrucksvolle, abenteuerliche Skitage mit einer tollen Gruppe in dieser faszinierenden Umgebung!
Irmi


                 
   

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