© Martin Kuhn

Skichochtour in den Berner Alpen

Eine Tour fürs GipfelSchartenbuch – Skihochtour von 19. bis 22.03.2026

19.03.2026

Wenn der Wecker im März um 3:00 Uhr morgens klingelt und man sich anschließend auf den Weg in Richtung Schweiz macht, kann das nur eines bedeuten: Die Skihochtourensaison ist gestartet. So brechen wir Ende März zu dritt in Richtung Berner Alpen auf.

Pünktlich um 8:15 Uhr holt uns ein Taxi in Guttannen ab, um uns über die gesperrte Straße und durch einen Bergwerksstollen zum Ausgangspunkt unserer Tour zu bringen. Bei strahlendem Sonnenschein machen wir uns auf den Weg zur Bächlitalhütte. Da das Wetter hervorragend ist, entscheiden wir uns spontan, noch zu einer Scharte aufzusteigen, sehen jedoch aufgrund der Verhältnisse am Grat von einer Gipfelbesteigung ab. Auf der Terrasse der Hütte genießen wir die Sonne bis zum Abendessen. Der Nachtisch besteht aus faustgroßen Kuchenstücken, von denen unsere Tischnachbarn noch auf der nächsten Hütte schwärmen.

Am zweiten Tag liegt lediglich die Tour zur Gaulihütte vor uns, weshalb wir es morgens gemütlich angehen lassen. Um den Stau an der Oberi Bächlilicke zu vermeiden, legen wir nochmals eine Pause ein und genießen unsere reichhaltige Brotzeit. Über mehrere Leitern geht es schließlich auf der einen Seite hinauf zur Scharte und über Ketten auf der anderen Seite wieder hinunter. Da wir für den nächsten Tag eine größere Tour geplant haben, nutzen wir einen Geländeabbruch, um unser praktisches Wissen im Hinblick auf Spaltenstürze aufzufrischen, anstatt noch eine weitere Scharte zu überschreiten. Nach durchwachsenen Schneeverhältnissen in der Abfahrt genießen wir auf der Gaulihütte die Nachmittagssonne, bevor wir auch hier vorzüglich speisen. Als wir am Abend den Wetterbericht prüfen, schwindet unsere Hoffnung auf ein Gipfelerlebnis. Nach einiger Diskussion entscheiden wir uns dennoch, das Rosenhorn in Angriff zu nehmen – wohlwissend, dass wir den Gipfel aufgrund des Wetters vermutlich nicht erreichen werden.

Als wir uns am nächsten Morgen auf den Weg in Richtung Rosenhorn (3.689 m) machen, sind wir nicht die Einzigen. Die meisten Gruppen biegen jedoch auf dem Gletscher in Richtung Räfenhorn (3.255 m) ab. Davon lassen wir uns nicht beirren, seilen uns an und beginnen den Anstieg zum Rosenhorn. Aufgrund aufkommender Winde und zunehmend schlechter Sicht entscheiden wir uns schließlich, auf einem Kamm auf etwa 3.300 m umzudrehen. Am Seil eingebunden fahren wir wieder über den Gletscher ab. Bei einem Wechselspiel aus Sonne und Wolken genießen wir eine ausgiebige Brotzeit an einer Gedenkstätte für einen Flugzeugabsturz auf dem Gletscher im Jahr 1946, bevor es zurück zur Hütte geht.

Am Abend machen wir uns Gedanken über mögliche Abstiegsrouten ins Tal, da der Wetterbericht Schneefall und starke Winde ankündigt. Plan A verwerfen wir jedoch am nächsten Morgen direkt vor der Hütte, da wir aufgrund der schlechten Sicht unsere Route nicht vollständig einsehen können. Über eine abenteuerlichere als erwartete Alternativroute geht es schließlich zurück ins Tal. Die letzten paar hundert Höhenmeter tragen wir unsere Ski und erhalten von einem netten Rentnerpaar eine Mitfahrgelegenheit, wodurch wir uns etwa eine Stunde sowie Taxikosten sparen.

Auch ohne Gipfel war dies eine lohnende und spannende Tour.